Die Asiatische Hornisse betrifft uns alle
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Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) bedroht nicht nur die Imkerei, sondern auch die Biodiversität. Vor etwa 20 Jahren eingeschleppt, breitet sie sich seither stark aus – inzwischen auch in der Schweiz, mit ernsten Folgen für Mensch und Natur.
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Grosse Nester
Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die heimische Europäische Hornisse (Vespa crabro). Ihr Körper zeigt sich dunkelbraun bis schwarz mit einer markanten gelben Binde am Hinterleib und gelben Beinspitzen. Im Frühjahr gründet die Königin ein Primärnest, das auf die Grösse eines Fussballs anwächst. Diese Nester liegen meist in Bodennähe, bis etwa zwei Meter hoch an geschützten Orten wie Dachvorsprüngen, Schuppen oder dichten Hecken. Sobald das Primärnest seine maximale Grösse erreicht, bauen die Hornissen ein Sekundärnest und verlassen das erste. Die Sekundärnester befinden sich in der Regel hoch oben, über zehn Meter meist in Baumkronen. Das Nest wächst im Sommer und erreicht im Herbst eine Grösse von bis zu einem Meter, wobei es mehrere tausend Individuen beherbergt. Im Spätherbst sterben die Arbeiterinnen und Männchen, während nur die befruchteten jungen Königinnen – durchschnittlich etwa 350 pro Saison – an geschützten Orten überwintern.
Bedrohung für Bienen und andere Insekten
Die Asiatische Hornisse bedroht die heimische Insektenwelt. Besonders Honigbienen, aber auch Wildbienen und andere Insekten fallen ihr zum Opfer. Ein Nest der Asiatischen Hornisse braucht pro Saison im Durchschnitt elf Kilo Insekten, ein grosses Nest deutlich mehr. Untersuchungen in Frankreich zeigen, dass ihre Beute zu rund 38 % aus Honigbienen, 20 % aus sozialen Wespen und zu rund 30 % aus Zweiflüglern besteht. Im Spätsommer lauern sie vor den Bienenstöcken, fangen die fleissigen Sammlerinnen und schwächen so die Völker. Die Bienen geraten dabei in eine Art Fluglähmung. Das heisst, sie verlassen den Stock nicht mehr. Mit Folgen für ihre Weiterentwicklung: Sammelbienen können so kein Wasser, Nektar oder Pollen nach Hause bringen. Das kann dazu führen, dass die Königin keine Eier mehr legt, die Arbeiterinnen geschwächt werden, das Volk kleiner wird und so den Winter nicht übersteht. Neben Honigbienen sind aber auch andere Insekten bedroht, was sich negativ auf die Biodiversität auswirkt.
Gefahr für die Landwirtschaft
Der ungebetene Gast beeinflusst auch die Landwirtschaft. Da sie Bestäuber frisst, wird die Bestäubung von Nutzpflanzen erschwert, was Erträge mindern kann. Zudem findet man die Hornissen im Spätsommer häufig am reifen Obst wie Weintrauben. So kann sie auch für Erntehelfer:innen durch Stiche eine Gefahr darstellen. Zudem verhält sie sich in Nestnähe aggressiv.
Vorgehen bei Sichtungen
Wer eine Asiatische Hornisse entdeckt, sollte diese auf dieser Plattform melden. Dies wird dann an die Verantwortlichen des Kantons weitergeleitet. Idealerweise beginnt dann die Nestsuche. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Triangulation funktioniert auch ohne grosse Hilfsmittel: Man markiert die Hornisse an einem Lockstoff, notiert die Flugrichtung und stoppt die Zeit, bis sie wieder da ist. Dadurch kann – nach mehreren Messungen von verschiedenen Standorten – abgeschätzt werden, wo sich das Nest ungefähr befindet. Das Besendern der Hornissen ist ebenfalls möglich, es kommen sogar neuere Technologien wie Bluetooth zum Einsatz. Nach der erfolgreichen Hornissenjagd kann im Anschluss das Nest von Fachpersonen entfernt werden. So kann die Verbreitung lokal eingedämmt werden. Auf keinen Fall sollten Nester eigenhändig entfernt werden. Auch Fallen sind wenig hilfreich, da sie auch andere, schützenswerte Insekten gefährden.
Nutzen für Mensch und Natur
Die aktive Bekämpfung der Asiatischen Hornisse trägt wesentlich zum Schutz der heimischen Insektenpopulationen, zur Sicherung landwirtschaftlicher Erträge und zur Minimierung von Gesundheitsrisiken für den Menschen bei. Es ist daher von grosser Bedeutung, Sichtungen dieser Art umgehend zu melden und geeignete Bekämpfungsmassnahmen einzuleiten.
Die Asiatische Hornisse bedroht die Bienen und die Biodiversität – melden Sie Sichtungen und helfen Sie, ihre Ausbreitung einzudämmen!





















