Ueberlandpark in Schwamendingen

Sophie und Karl Binding Stiftung

Dies ist Content einer Partnerorganisation

Publiziert am 10. Juli 2026

3 Minuten Lesezeit

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Der Ueberlandpark zeigt, wie grosse technische Infrastrukturbauten genutzt werden können, um Mehrwert für die Natur und damit für das ganze Quartier zu schaffen.

Darum geht's

Der Park verbindet heute Quartierteile, die zuvor durch die Autobahn zerschnitten waren. Die Bevölkerung profitiert von weniger Verkehrslärm und einem qualitätsvollen Aufenthaltsraum für alle. Gleichzeitig entstanden drei Hektaren Parklandschaft als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die Verbindung von Gestaltung, Klimaanpassung und Biodiversität macht den Ueberlandpark zu einem Vorbild für künftige Infrastrukturprojekte.

Biodiversität auf dem Dach der Autobahn

Ausgangspunkt des Projekts war eine Volksinitiative aus Schwamendingen im Jahr 1999. Es folgten Machbarkeitsstudien, politische Prozesse und mehrere Volksabstimmungen zur Finanzierung. Gleichzeitig veränderten sich im Lauf der Jahre die Anforderungen an den öffentlichen Raum: Klimawandel und Hitzebelastung sowie fortschreitende Verdichtung und Biodiversitätsverlust rückten zunehmend in den Fokus.

Dank breiter Unterstützung aus Politik und Bevölkerung konnte schliesslich ein Projekt realisiert werden, das zukunftsweisend ist für resilienten Städtebau. So steht der Ueberlandpark auch beispielhaft dafür, wie langfristige Prozesse zu nachhaltigen und identitätsstiftenden Lösungen führen können.

Die Lage auf dem Dach einer Autobahneinhausung stellte hohe Anforderungen an Planung und Gestaltung. Im Auftrag von und in enger Zusammenarbeit mit Grün Stadt Zürich verstanden Krebs und Herde Landschaftsarchitekten dies als Chance für innovative Gestaltung und Biodiversitätsförderung. Mit verschiedenen Versuchsanlagen an vergleichbaren Extremstandorten haben sie optimal passende Pflanzenarten und Substrate eruiert, um das Bauwerk langfristig zu begrünen.

Entstanden ist ein abwechslungsreicher Park, in dem Pflanzenvielfalt, Kleinstrukturen und Aufenthaltsorte entdeckt werden können – ein Kilometer lang und 30 Meter breit. Diese vielfältigen Lebensräume fördern die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten mit unterschiedlichen Ansprüchen und bieten ebenso Raum für Erholung, Begegnung und Bewegung. Gleichzeitig sind sie Inspiration, denn viele Elemente können gut auf weitere Projekte übertragen und eingesetzt werden. 

Erfolgsfaktoren für biodiversitätsfördernde Infrastrukturprojekte

Die Unterstützung von Bevölkerung und Politik, sowie die Bereitschaft der Planenden, auch im weit fortgeschrittenen Projekt noch Änderungen, Neuerungen und Anpassungen vorzunehmen, waren sehr wichtig für die Entwicklung des Ueberlandparks. Ein derart grosses und kostspieliges Projekt ist ohne politischen Rückhalt wohl kaum möglich. Der Park besteht zudem aus vielen verschiedenen Elementen, die auch in kleineren Projekten genutzt und kopiert werden können. Seien es Trockensteinmauerelemente aus Beton, Kleinstrukturen für Insekten, Substratmischungen für exponierte Standorte oder die Pflanzenwahl, all diese Elemente können auch für sich stehen. 

Learnings für klima- und biodiversitätsgerechte Stadtentwicklung

Der Ueberlandpark zeigt eindrücklich, wie Infrastrukturbauten ökologisch und gesellschaftlich aufgewertet werden können. Er löst zwar nicht die Verkehrsproblematik, verbessert jedoch die Lebensqualität der Anwohnenden erheblich und schafft neue ökologische Werte mitten im urbanen Raum.

Viele Erkenntnisse aus dem Projekt – etwa zu Begrünung, Pflanzenwahl oder Aufenthaltsqualität auf Extremstandorten – sind auch für kleinere Vorhaben von grosser Bedeutung. Der Ueberlandpark ist ein wichtiges Referenzbeispiel für die klima- und biodiversitätsgerechte Weiterentwicklung von Infrastrukturen in der Schweiz. 

Denke alle Bauprojekte neu und versuche möglichst verschiedene Ansprüche unterzubringen. Technik, Mensch und Natur müssen sich nicht gegenseitig ausschliessen, sie können sich auch gegenseitig fördern.

Binding Preis für Biodversität

Wie der Binding Preis die Zukunft des Ueberlandparks stärkt

Grün Stadt Zürich und Krebs und Herde Landschaftsarchitekten haben für den Ueberlandpark den Binding Preis für Biodiversität 2026 gewonnen. Das Preisgeld von CHF 100'000.- soll vollumfänglich in die partizipative Weiterentwicklung des Parks und seiner Umgebung verwendet werden. 

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