10 Tipps für Biodiversitätsprojekte auf dem Schulareal

Pusch - Praktischer Umweltschutz

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© Pusch

Publiziert am 25. Juni 2026

4 Minuten Lesezeit

  • Bildung

  • Partner:innen

Jedes Schulareal bietet vielfältige Möglichkeiten zur Aufwertung für mehr Biodiversität. Aus Erfahrung zeigt sich: Langfristige Erfolge entstehen am besten durch gemeinschaftliche Anstrengungen. Mit diesen 10 Tipps gelingt das Umgestaltungsprojekt des Schulgeländes.

Seit sieben Jahren begleitet Pusch Schulen dabei, Nischen für Pflanzen und Tiere zu schaffen, biodiverse Flächen statt Beton zu kreieren und neue Wohlfühlorte zu gestalten. Die folgenden praxisnahen Tipps helfen, ein erfolgreiches und nachhaltiges Projekt für mehr Biodiversität auf dem Schulgelände zu realisieren. So wird das Schulareal nicht nur zu einem Ort des Lernens, sondern auch zu einer Naturoase und beliebtem Quartierraum.

Tipp 1: Eine Idee für die gesamte Schule

Gewinnen Sie mit einem Grobkonzept die Schulleitung und das Kollegium für Ihre Idee. Wecken Sie auch Begeisterung und Interesse bei der Hauswartung. Das öffnet einerseits die Tür für weitere gute Ideen und andererseits können erste Bedenken ernst genommen und gegenseitige Erwartungen geklärt werden.

Tipp 2: Auch ein Schulareal hat Charakter 

Was macht das Schulareal heute aus? Gibt es noch alte Bäume? Welche Elemente strukturieren das Gelände? Wo könnte es mehr Grün statt Grau gebrauchen? Wo sind individuelle Lieblingsorte, an denen man gerne verweilt, und wo sind potenziell ruhigere Flächen für Flora und Fauna? Untersuchen Sie das Areal – im Kollegium oder mit der Schulklasse.

Zwischen Steinen, Sand und Geäst entsteht vielfältiges Leben.© Pusch

Tipp 3: Klein anfangen und wirken lassen  

Die Natur machen lassen – das verhilft dem Schulareal bereits zu mehr Artenvielfalt. Das heisst: Saumvegetation tolerieren, kleine Laub- oder Asthaufen liegen lassen oder Tierfallen wie grosse Fensterfronten oder enge Maschendraht-Barrieren entschärfen.  

Tipp 4: Idee in die Gemeinde tragen  

Nicht selten ist die Gemeinde für die Aussenraumpflege verantwortlich. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die zuständigen Stellen und möglichen Auflagen (Denkmalpflege, Sicherheit). Stellen Sie die Projektpläne dem zuständigen Amt oder dem Gemeinderat vor. Die Vorteile eines Biodiversitäts-Hotspots mit einheimischen, standortgerechten Arten kommen schliesslich sowohl der Schule als auch dem Quartier zugute.  

Tipp 5: Mit lokaler Unterstützung gelingt’s  

Neben den formalen Fragen stellen sich rasch auch fachliche oder finanzielle Fragen. Wie gelangen Sie an einheimisches Pflanz- und robustes Baumaterial, wer könnte bei körperlich schweren Arbeiten helfen oder fachlich beraten und wer die Aktion sponsern? Holen Sie Unterstützung.

  • Der Werkhof kann unentgeltliche Arbeitsstunden oder vergünstigtes Material anbieten.

  • Lokale Expert:innen aus Landschaftsplanung, Gartenbau oder Naturschutzorganisationen steuern das nötige Wissen zum Aufwertungspotenzial des Geländes bei und beraten zur Standortwahl für biodiversitätsfördernde Massnahmen.

  • Regionale Gartencenter oder Grossgärtnereien könnten Saat- und Pflanzgut allenfalls zum Einkaufspreis abgeben oder sponsoren.

  • Garten-affine Eltern lassen sich zu einem Mitmach-Projekt begeistern.

  • Bei lokalen Banken, Versicherungen, Unternehmen oder Verbänden lohnt es sich, um finanzielle Unterstützung anzufragen. 

Gemeinsam anpacken und Schulgelände grüner gestalten.© Pusch

Tipp 6: Schüler:innen mitreden und anpacken lassen  

Auch wenn es vielleicht einfacher scheint, Aktionsideen vorzugeben, birgt eine partizipative Freiraumgestaltung grosses Potenzial. Fragen Sie die Schüler:innen, wie sie sich ein Mehr an Natur und an Aufenthaltsqualität rund um ihre Schule vorstellen. Möglichkeiten dazu gibt es viele:

  • klassenübergreifender Wettbewerb

  • Ideensammlung innerhalb einer Stufe

  • Beteiligung des Klassenrats oder Schulparlaments

  • Fokusgruppe aus Schüler:innen der Begabungs- und Begabtenförderung

  • Projekttage zu diesem Thema

In weiteren Projekttagen oder -wochen können Schüler:innen mit handwerklichem Geschick für die praktische Umsetzung sogar eigene Aufgaben übernehmen. Sicher ist: Mit dreckigen Händen ordentlich anzupacken, im Matsch zu graben oder eine Trockenmauer zu bauen, kann selbst bei schlechtem Wetter ein Selbstläufer sein.

Zwischen Steinen, Sand und Geäst entsteht vielfältiges Leben.© Pusch

Tipp 7: Beobachten und entdecken  

Biodiversität ist nicht immer spektakulär. Oft braucht es Zeit, bis man in neu angelegten Strukturen die ersten Bewohner sichtet oder ein Blühstreifen auch wirklich vielfältig blüht. Das muss allen vermittelt werden. Und wenn die ersten Igel, Hermeline oder Zauneidechsen gesichtet werden, integrieren Sie die neuen «Mitbewohner» in den (Bio-)Unterricht.

Tipp 8: Botschafter:innen für die Natur werden  

Erklären Sie über Hinweistafeln nicht nur, was Sie machen, sondern auch

  • warum der neu angelegte Flecken Wildnis möglicherweise etwas ungepflegt daherkommt,

  • wem er dient und

  • warum er erhalten werden muss.

Nutzen Sie die Regionalzeitungen oder Öffentlichkeitsanlässe im Quartier, um Ihre Aktivitäten zu zeigen. Biodiverse Schulhausareale sind auch Beispiele dafür, wie man durch Aufbrechen versiegelter Flächen Platz für Flora und Fauna schafft oder wie durch das Schaffen natürlichen Schattens auch gegen die zunehmenden Hitzesommer angegangen werden kann.   

Werbung für die Natur: Informationstafeln zeigen, was hier wächst und wuselt.© Pusch

Tipp 9: Hegen und pflegen  

Beziehen Sie das Personal, das für die Aussenraumpflege zuständig ist, in die Planung der langfristigen Pflegemassnahmen des Schulareals mit ein. Denn auch wenn naturnaher Unterhalt vor allem hinsichtlich Frequenz und Intensität des Maschineneinsatzes eher zurückhaltend erfolgt, braucht er mehr Zeit (Handarbeit) und gegebenenfalls ein gewisses Fachwissen. Sprechen Sie dies zwecks Kostenübernahme frühzeitig bei der zuständigen Behörde an. Gewisse Arbeiten lassen sich auch als rotierende «Ämtli» (z.B. Giessen, Jäten) an Klassen vergeben. Das steigert zudem die Identifikation der Schüler:innen mit der Umgestaltung.  

Tipp 10: Bei Neubauten der Natur mehr Platz geben

Um- und Neubauten sind eine gute Gelegenheit, um die Naturnähe des Geländes in einem grösseren Stil mitzudenken: mit einheimischen Pflanzen- und Baumarten, lebenden Zäunen oder Natursteinen aus der Region. Die Auftragsvergabe an ein Landschaftsarchitekturbüro oder ein Naturgartenbauunternehmen kann zum Beispiel mit dem Anliegen verknüpft werden, die Schüler:innen bei Planung und Umsetzung einzubeziehen.

Die gesamte Schulhausumgebung der Schule Willisau erhielt eine biodiverse, naturnahe Arealgestaltung.© Pusch

Umweltthemen im Klassenzimmer

Pusch unterstützt Lehrpersonen dabei, aktuelle Umweltthemen im Unterricht aufzunehmen. Der Pusch-Umweltunterricht und die vielfältigen Unterrichtsmaterialien motivieren die Schüler:innen, neue Perspektiven einzunehmen.

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