Naturwerkstatt Eriwis 

Sophie und Karl Binding Stiftung

Dies ist Content einer Partnerorganisation

© Binding Preis für Biodiversität 2025, Stefanie Würsch

Publiziert am 23. November 2025

3 Minuten Lesezeit

  • Faszination Biodiversität

  • Good News & Best Practice

Der Verein Naturwerkstatt Eriwis hat die ehemalige Tongrube am Siedlungsrand von Schinznach-Dorf AG in eine vielfältige Landschaft verwandelt, die Mensch und Natur gleichermassen guttut. 

Darum geht's

  • Natur erleben und schützen: Der Verein Naturwerkstatt Eriwis fördert die Naturvielfalt in der ehemaligen Tongrube und schafft einen Ort, an dem Menschen die Natur unmittelbar erfahren können.

  • Wissen über Heilpflanzen vermitteln: Ein Arzneipflanzengarten ergänzt die wilde, von Zivilschützenden gepflegte Naturvielfalt mit zahlreichen Kräutern, die in Workshops verarbeitet und für die Gesundheit genutzt werden.

Von der Tongrube zum Natur- und Erlebnisraum

Zwischen 1932 und 1998 wurde in der Eriwis Opalinuston abgebaut – einst Grundlage für Backsteine und Dachziegel der Zürcher Ziegeleien, heute ZZ Wancor, in Tuggen. Nach der Schliessung der Anlage im Jahr 1998 lag die Grube brach – bis sie 2006 Victor Condrau und Elisabeth Dürig entdeckt haben. Durch die etappierte Stilllegung der Grube hatten sich unterschiedliche Sukzessionsflächen und Tümpel entwickelt, die eine mosaikartige Vielfalt von Lebensräumen, Arten und Strukturen bilden. Die beiden Landschaftsarchitekten erkannten den hohen Wert für die Biodiversität und gründeten den Verein Naturwerkstatt Eriwis, der sich zum Ziel setzte, das Gelände zu einem Natur- und Erlebnisraum zu entwickeln. 

Der Schwerpunkt der Naturwerkstatt Eriwis ist die Verbindung von Biodiversität und Gesundheitsförderung. Besucherinnen und Besucher erleben die Natur mit allen Sinnen – etwas beim Barfussspaziergang, der über wohltuend kühlen, nassen Ton, über trockene steinige Wege bis hin zu spitzen Nadeln führt. 

Ein Arzneipflanzengarten mit einer grossen Sammlung an Heilpflanzen für verschiedene menschliche Leiden macht deutlich, wie vielfältig die Natur zur Gesundheit beitragen kann. Bei Workshops können Interessierte aus eigens gesammelten Pflanzen Öle, Essenzen und Cremes herstellen. Das ganze Programm des Vereins Naturwerkstatt Eriwis ist darauf ausgelegt, die Natur den Menschen näher zu bringen. 

Vom Kleingarten zur offenen Begegnungszone

2016 gelang dem Verein gemeinsam mit BirdLife Aargau und mit Unterstützung des Kantons der Kauf der 13.5 Hektar grossen Fläche, um sie zu einem lehrreichen Begegnungs- und Naturerlebnisort umzugestalten. 

Ohne die Initiative des Vereins sowie die tatkräftige Unterstützung durch seine Partner, wie BirdLife Aargau, Jurapark Aargau, den Kanton Aargau und zahlreiche Zivildienstleistende, wäre die Eriwis heute wohl zugewachsen und für spezialisierte Amphibien, Libellen, Tagfalter und Vögel als Lebensraum nicht geeignet. Stattdessen ist sie heute ein Leuchtturmprojekt, das eindrücklich zeigt: Biodiversität ist erlebbar, lehrreich – und heilend. 

Was die Naturwerkstatt Eriwis uns lehrt

Das Engagement von Einzelpersonen kann in Zusammenarbeit mit den richtigen Stellen und Partnern viel bewirken. Wenn ein Naturjuwel entdeckt und das Potenzial erkannt wird, braucht es viel Überzeugungsarbeit und gute Kollaborationen um ein wertvolles Naturschutz- und Naturerlebnisgebiet zu schaffen. Das Projekt zeigt so, welches Potenzial in ehemaligen Abbauflächen liegt.  

Einladung zum Nachahmen

Wenn du auch eine Fläche kennst, die gerade verwildert, setze dich mit den relevanten Stellen in Verbindung und versuche etwas zu bewirken! Kantone, Regionale Pärke, Naturschutzorganisationen freuen sich über engagierte Personen, die die Biodiversität und das Erlebnis für den Menschen fördern. 

Ausblick: Wie es weitergeht 

Der Verein Naturwerkstatt Eriwis hat 2025 den Binding Preis für Biodiversität 2025 gewonnen. Mit dem Preisgeld von Fr. 100'000.- sollen weitere Aufwertungen zugunsten der Biodiversität erstellt sowie neue Kursangebote entwickelt werden. 

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